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Über uns

Damit ihr wisst wer hier schreibt stellen wir uns natürlich vor! Wir, die Gründerinnen des Vergissmeinnicht-Blogs, das sind Carina, Julia und Gina, alle drei Sternenmamas, alle drei verwaiste Eltern.

Ab Juni 2020 übernehmen wir, Kate + Martina, diesen wundervollen Blog für alle, die gerne ein paar Zeilen in den Himmel bzw. an die weite Welt da draußen selbst niederschreiben oder lesen möchten.

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Ich bin Martina (atina_1000), mittlerweile Ü40 und lebe in einer wunderschönen, aber kinderlosen Altbauwohnung in Ulm. Doch mein Plan war ein ganz anderer: Ich würde mit Mitte 20 heiraten, und auf dem Land in einem Haus mit Garten leben. Und spätestens mit 30 würde ich 2- 3 Kinder haben. Es war so „selbstverständlich“ wie man einfach auch „selbstverständlich“ älter wird.

Und irgendwann wurde ich dann 30 – und als Dauersingle, der sich einfach nie richtig verliebte, war ich von einem Ehemann, Haus und Kind meilenweit entfernt.

Dann kamen schwere Zeiten: erst wurde meine Mama krank und verstarb. Noch bevor wir uns davon irgendwie erholen konnte, wiederholte sich das gleiche bei meinem Papa. Und so war ich 40 und hatte das Thema schweren Herzens abgeschlossen und lernte jetzt erst den wunderbarsten Mann der Welt kennen und lieben. Mit ihm an der Seite wurde ich völlig unerwartet mit 42 schwanger. Wir waren beinahe irre vor Glück und Vorfreude. Alles verlief völlig wunderbar. Bis das Schicksal auf die grausamste Art zuschlug: am 24. Mai 2018 erfuhren wir, dass unser kleines Wunder ein Mädchen war und gleichzeitig erhielten wir die Diagnose: Trisomie18 – nicht lebensfähig.

Es folgte die dunkelste Zeit meines/unseres Lebens. Der Wunsch und die Hoffnung auf ein Folgewunder wurden zu meinem einzigen Lebensinhalt – mit einer krass tickenden biologischen Uhr im Nacken aber beinahe zu einem unüberwindbaren schwarzen Loch. Es ist und es war ein schwerer Kampf. Lange auch um unsere Beziehung. Ich weigere mich heute noch zu sagen, dass mich dieser Schicksalsschlag stärker gemacht hat, dass er auch nur irgendwas Positives hatte. Das mag bei anderen Frauen anders sein….

Ich habe nach dem Tod meines Vaters begonnen meine Gedanken und Gefühle in einem Tagebuch festzuhalten. Nach Paulina wurde das für mich noch viel wichtiger. Auch wenn ich alles immer und immer wieder durch lebte dadurch, half es mir auch irgendwie damit zurecht zu kommen.

Mehr durch Zufall bin ich auf diesen wundervollen Blog gestoßen. Und so wurde mein Tagebucheintrag über Paulinas errechneten Geburtstermin im November 2018 mein erster Beitrag hier. Es war wunderschön diese Zeilen „öffentlich“ zu sehen. Es kam mir wie ein Statement für mein kleine Paulinas vor.

Daher war es für mich selbstverständlich, dass man diesen wunderbaren Blog weiterführen muss, als Julia nach „Nachfolgerinnen“ suchte. Für all die Frauen da draußen, die – vielleicht sogar nur ein einziges Mal – offen, ehrlich und ungeschminkt – von ihrem Sternenkind erzählen möchten.

Ich finde es schön, dass mit Kate eine Gleichgesinnte gefunden wurde, die dazu als Trauerbegleiterin noch so viel tiefer und erfahrener in dem Thema steckt.

Ich freu mich auf ganz viele Beiträge von allen Frauen/Männern da draußen, die gerne ein paar Zeilen an den Himmel bzw. an die weite Welt da draußen niederschreiben möchten.

Kate und ich haben dazu sicherlich auch noch genügend zu erzählen, dass es hoffentlich euch allen nicht langweilig wird.

Lasst uns alle diese schöne Idee von Gina, Julia und Carina weitertragen. So wichtig und unvergessen unsere Sternenkinder auch sind, irgendwann wird es Zeit, dem Leben (und vor allem den Regenbogenkindern) die volle Aufmerksamkeit wieder zuzuwenden.

Genau diesen Weg möchten/sollen die drei Mädls hier jetzt gehen. Wir wünschen ihnen alles Liebe für die Zukunft und möchten nochmals Danke sagen für die Grundsteinlegung dieser Idee.

Alles Liebe für uns alle.

Martina + Kate

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Ich bin Katharina, das ist ein langer Name, deshalb werde oft Kate oder Kathi genannt. Bei Instagram findet ihr mich unter weiter.leben. Ich bin nun fast 30 Jahre alt und lebe mit meinem Sohn in der Schweiz. Ich mag es, wenn sich im Herbst die ersten Blätter verfärben und man im Frühling das Gras wieder unter den Füssen kitzeln spürt. Ich glaube an vieles, ausser an Zufälle. Wenn es etwas gibt, dass mich ausmacht, dann wohl, dass ich sehr begeisterungsfähig bin.

Wenn ich traurig bin, dann ziehe ich meine Schuhe an und spaziere los. Es gefällt mir, dass durch die Bewegung im aussen auch etwas im Innen in Schwingung gerät. Ich esse auch mal Dessert am Anfang eines Restaurantbesuches, lese die Letzten Seiten eines Buches zuerst und der Himmel mit seinen Wolken und all den Farben, wird mich wohl für immer zum Staunen bringen.

Abschiede begleiten mich schon mein ganzes Leben.

Anders, als meine lieben Mitschreiberinnen, bin ich keine betroffene Mutter, sondern ein betroffenes Kind. Ich habe meinen Vater früh verloren im Leben, und nach dem sich weitere Verluste häuften, suchte ich zum Glück irgendwann Hilfe. So bin ich mit dem Thema Trauerbegleitung 2013 in Kontakt gekommen.

Es hat mir gutgetan, über alles zu reden, mich in verschiedensten Formen auszudrücken und in meiner Trauer und anderen Gefühlen gesehen zu werden. So gut, dass ich mich ab 2017 selber zur Lebens- und Trauerbegleiterin ausbilden liess. Eine Weiterbildung zur Familientrauerbegleiterin bei Mechthild Schroeter-Rupieper habe ich dieses Jahr abgeschlossen. So ist weiter.leben nach einem Verlust wirklich mein Herzensprojekt.

Die Arbeit mit Trauernden berührt mich immer wieder von ganzem Herzen. Bei Übergängen ist man sich besonders nah, so sehe ich den Tod auch als eine Art Geburt und mich selber als eine Art Hebamme. Einfach für die andere Seite.

Ich begleite vor allem betroffene Familien, aber auch Schwangerschaftsabbrüche. Als ausgebildete Fachperson für Abschiedsrituale finde ich immer wieder neue Wege, das unbegreifliche spürbar zu machen. Ich bin immer wieder aufs Neue von der Wichtigkeit der Trauerarbeit überzeugt. Ich setzte mich ein für eine gelebte Trauerkultur, und fördere diese bewusst. Ich leite hier in der Schweiz eine Kindertrauergruppe, wo auch Geschwister nach der Geburt eines Sternenkindes herzlich willkommen sind! Da ich den Austausch und das niederschreiben von Geschichten als äusserst wichtig erachte, war ich sofort mit ganzem Herzen dabei, dieses Blogprojekt weiter zu führen.
Ein neues Herzensprojekt also.

Weiter zu trauern und weiter zu leben bedeutet auch weiter zu lieben.

Ich selber sehe Trauerarbeit vor allem als Beziehungsarbeit.

Es geht um die Beziehung zu uns selber, zum verstorbenen Kind, zum Partner, zu weiteren Kindern, zum Umfeld. Dies alles muss neu geklärt werden nach einem Tod, Gefühle werden neu sortiert. Dabei tut es gut, nicht alleine zu sein.

Ihr werdet von mir also zukünftig ab und zu Beiträge lesen, in denen ich nicht nur Wissen mit euch teilen, sondern auch versuchen werde, praktische Tipps weiter zu geben. Bitte meldet euch jederzeit, falls es einen Themenwunsch gibt, oder ihr selber ein Anliegen zu eurer eigenen Trauer habt.

Für den Vergissmeinnichtblog wünsche ich mir, dass er ein Ort sein darf, wo jeder in seiner Trauer und seinem Verlust gesehen werden darf. Wo die Liebe zum verstorbenen Kind Ausdruck erhalten und bleiben kann. Ein Ort, an dem andere Betroffene Orientierung finden und sich vernetzen können.

Ein Ort, wo jede noch so kleine Seele ein grosses Herz verdient hat!

«Chlini Seel, spann dini Flügel wiit uf und flüg, immer wüssend, dass du gliebt bisch»

 

So freue ich mich, dass Du deine Geschichte mit uns teilst.
Dass ich Teil dieses tollen Blogs sein darf.
Dass wir miteinander diesen Weg gehen!

 

Herzlichst, Katharina, Kate

 

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Ich, Gina, bin 29 Jahre alt (oder jung?). Ich hätte auf die Erfahrung und den Titel „Sternenmama“ verzichten können, aber das Leben hat es anders entschieden. Bei meiner Tochter wurde in der Spätschwangerschaft durch Zufall Trisomie18 festgestellt. Ich habe mich für den Fetozid entschieden, so kam meine Tochter 3 Wochen vor ET still zur Welt und hat mich zu einer sehr stolzen Mama gemacht. Ich blogge seitdem über das Leben als Sternenmama und kämpfe um Aufklärung und ausreichend Hilfestellung für Mütter in dieser Situation.

Wer ich sonst bin im klassischen Sinne der Vorstellung?

Kopfmensch, Herzmensch, Bauchmensch :-). Ursprünglich komme ich aus Frankfurt am Main, ich war verheiratet, bin mittlerweile aber alleinerziehend. Ich lebe und arbeite mit meinem Sohn, meinem Hund und dem hellsten Stern am Himmel am schönen Bodensee. Ich habe Linguistik studiert, ein Zusatzsemester in Pädagogik gemacht und bin dann irgendwie im Gesundheits- und Ärztemanagement einer internationale Fastenklinik gelandet. Mittlerweile arbeite ich als psychologische Beraterin mit Frauen und Familien die ihre Kinder verloren haben oder sie verlieren werden, aber auch mit Traumageburten. Meine Leidenschaft ist die Kunst. Sei es schreiben, töpfern, nähen, malen, lachen… dadurch verarbeite ich vieles. Eine weitere große Liebe sind alternative Heilmethoden, ich bin eine echte kleine Kräuterhexe und höre die Seele meines Gegenübers oft lauter quasseln als den Menschen in dem sie steckt. Was esoterisch klingen mag ist für mich einfach eine Intuition der ich gerne folge. Natürlich darf jeder alles fragen 😊.

Eure Gina

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Ich, Julia, bin 31 Jahre alt, fühle mich meistens aber nicht so ;-). Mein erstes Kind und mein absolutes Wunschkind ist unsere Pauline, die ich im Dezember 2016 in der 19. Woche aufgrund einer festgestellten Tetrasomie 9 (mit vielen Begleiterkrankungen wie z.B. Dandy-Walker-Syndrom) still zur Welt gebracht habe. Seitdem bin ich eine stolze Sternenmama, die mit der Trauer um ihre Tochter zu leben lernt.

Im September 2018 erwarten wir neuen Familienzuwachs und freuen uns schon sehr auf unser Regenbogenmädchen.

Was mache ich sonst so?

Ich habe Deutsch und Geschichte studiert und im Anschluss daran eine Promotion (Doktorarbeit) drangehangen. Im August trete ich meine erste Anstellung in einem Museum an.

Mit meinem Mann und unser Sternentochter wohne ich im schönen Schleswig-Holstein. Ich bin ein lebenslustiger Mensch und lache und singe gern. Ich liebe Sport und Fitness und bin ein Bücherwurm :). Im Laufe der Jahre und besonders nach dem Tod unserer Tochter bin ich immer kreativer geworden: Ich schreibe, fotografiere und nähe gerne.

So, genug geredet. Falls noch Fragen sind, fragt gerne!

Eure Julia

Ich, Carina,bin 23 Jahre alt und quasi die „neue“ hier. Meine Tochter Mathilda hat mich am 17.12.17 zur Sternenmama gemacht. Es war der plötzliche Kindstod im Mutterleib der sich unser Mädchen holte.

Auf dem Bild seht ihr meine kleine Familie.Der Rehpapa, das Rehmädchen und mich.

Seit der Schwangerschaft mit dem, von allen liebevoll genannten, „Rehmädchen“ teile ich mich auf Instagram mit, erst voller Vorfreude und seit Dezember voller Trauer.

Der Tod meiner Tochter hat mich verändert, ich bin sensibler und feinfühliger geworden und habe gelernt meine Emotionen ganz offen zu zeigen. Ich teile mich gerne mit und versuche damit anderen Sternenmamas Mut zu machen.

Eigentlich bin ich Zahnarzthelferin aber durch das Regenbogenbaby in meinem Bauch bin ich wieder im Beschäftigungsverbot und genieße diese schöne und aufregende Zeit mit Freunden und Familie. Lesen, häkeln, basteln und schreiben sind momentan meine kleinen Alltagshelfer um die Zeit zu vertreiben.

Ich bin in meiner Rolle als Sternenmama angekommen und blicke voller Stolz auf meine Kinder.

Eure Carina

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