Deine Geschichte · Diagnose · Gastbeitrag

Lukas unser Sternenkind und unsere Entscheidung für den Fetozid

Ich setzte im August 2016 die Pille ab und wurde im ersten ungeschützten Zyklus schwanger.

Meine Schwangerschaft verlief traumhaft. Keine Übelkeit, keine weiteren unangenehmen Symptome und ich war einfach nur glücklich und freute mich auf unseren Sohn, den wir den Namen Lukas gaben. Wir richteten liebevoll ein Kinderzimmer her und machten die ersten Anschaffungen. Was sollte nach der 13. Schwangerschaftswoche auch noch groß passieren? Zumal ich meiner Frauenärztin vertraute die mir die ganze Schwangerschaft über prophezeite, dass ich am 28.05.2017 einen gesunden Jungen zur Welt bringen würde.

Doch dann kam der 13.02.2017.
Der Tag, der unser Glück und unsere Freude zerstörte. Der Tag der alles veränderte… der Tag, an dem alles seinen Lauf nahm.

Wir hatten uns so gefreut. Mein Schatz musste später zur Arbeit und ich hatte einen frühen Termin beim Frauenarzt, sodass er zum ersten Mal dabei sein konnte. Zunächst machte ich den kleinen Zuckertest und anschließend ging es zum Ultraschall. Ich war zu diesem Zeitpunkt in der 26 ssw.

Ich bat die Ärztin endlich einen 3D Ultraschall zu machen, weil wer wusste schon wann mein Schatz mich wieder zum Arzt begleiten kann.

Es muss mal wieder Schicksal gewesen sein, dass er genau an diesem Tag dabei war…. Die Ärztin schallte und schallte und dann wurde sie ganz ruhig. Sie haben kaum noch Fruchtwasser und seit dem letzten Termin ist ihr Kind auch nicht mehr richtig gewachsen. Das müssen wir leider im Krankenhaus in Oberhausen überprüfen lassen, die sind spezialisiert auf sowas….

Spezialisiert worauf ? Plötzlich steht man da und weiß nicht was einem passiert. Alles läuft wie im Film ab. Ich bekomme eine Überweisung ins Krankenhaus wir fahren sofort los.

Dort werde ich auf den Kopf gestellt. Das Fruchtwasser ist nicht einfach ausgetreten. Die Fruchtblase ist intakt. Ich muss zum Ultraschall…. Dort werden viele Auffälligkeiten festgestellt. Man rät uns zu einer Fruchtwasserpunktion und bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen. Ihr Kind könnte todkrank sein.

Am nächsten Tag die Fruchtwasserpunktion ein kleiner Eingriff. Wir am Ende. Können nicht positiv denken, haben bereits die schlimmsten Befürchtungen… halten uns im Arm und weinen.

Unsere Befürchtungen bestätigen sich am nächsten Tag erfahren wir unser Kind hat eine Triploidie. Ein Chromosomenfehler von dem wir noch nie etwas gehört haben. Unser Baby wird nicht leben können. Wir können nicht entscheiden ob wir mit einem behinderten Kind leben möchten , denn für unser Kind besteht keine Chance auf ein Leben. Beenden wir die Schwangerschaft durch einen Fetozid oder warten wir bis das Kind in meinem Bauch von alleine stirbt? Wir denken nicht lange nach und entscheiden uns die Schwangerschaft zum Wohle unseres Kindes abzubrechen. Keiner kann uns sagen ob er leidet oder Schmerzen hat, aber eins ist klar er wird dauerhaft unterversorgt und durch das fehlende Fruchtwasser kann er sich nicht mehr bewegen. 3 Wochen vergehen. 3 Wochen mit einem todkranken Kind im Bauch. Mit der Gewissheit dass wir unseren Lukas nie aufwachsen sehen dürfen. Wir müssen eine Beratungsstelle aufsuchen eine Kommission im Krankenhaus entscheidet darüber ob wir den Abbruch vernehmen lassen dürfen.

Am 02.03.2017 lassen wir den Fetozid durchführen. Danach werde ich nach Hause geschickt mit dem Wissen mein totes Kind im Bauch zu tragen. Erst am 04.03.2017 muss ich wieder ins Krankenhaus dort wird die Geburt eingeleitet. Zum Glück zeigte die Einleitung schnellen Erfolg. Am 05.03.2017 kam unser Lukas bei 28+0 still zur Welt. Wir haben uns damals dagegen entschieden uns ihn anzusehen und in den Arm zu nehmen. Was uns bleibt ist ein Foto von ihm, welches ich mir erst nach der Geburt unseres Folgewunders angesehen habe. Zu groß war die Angst.

In meiner Folgeschwangerschaft kommt heraus, dass man Lukas Krankheit schon viel früher hätte feststellen müssen. Spätestens in der 17 ssw hätte man es erkennen müssen.

Liebe @folgewunder.eric, danke für die Geschichte von Lukas. Er wird niemals vergessen sein!


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