Deine Geschichte · Gastbeitrag

Meine Spuren im Sand

Fehlen. Fehlen zuhause.
Fast zwei Jahre ist es her, dass wir dich gehen lassen mussten. Ob als Sternenkind von deinen Eltern, ob als Schwester, als Mutter, als Freundin oder als Lebenspartnerin.
Dein Gehen hat bei uns Spuren hinterlassen. Du hast uns viel zu früh verlassen. Gerne hättest du Oma und Opa; deinen Eltern, mehr zurückgegeben von dem, was sie dir gaben. Doch das geht nicht mehr. Stattdessen sitzt Oma weinend vor mir. Zerbricht fast, wenn sie auch nur an dich denkt.
Es war Mitte September. Irgendwie wurde es geplant und doch war es ungeplant. Deine Maschine, die dich am Leben hielt, wurde abgestellt. Eine halbe Stunde später war es vorbei. Du warst nicht mehr da. Dein Herz war zu schwach. Du warst herzkrank. Deine Herzschwäche war schwergradig ausgeprägt, als die Ärzte die letzten Chancen ergriffen. Du solltest ein Spenderherz bekommen. Doch bis dahin hätte es noch lange gedauert. Eigentlich warst du topfit und genau die richtige für ein Spenderherz. Doch es gibt ärztliche Vorschriften und für diese war dein Herz noch zu stark. Es war alles nicht so leicht. Vor allem die letzten fünf Monate mit dir. Im April zwei schweres OP’s. Beide hast du gut überstanden. Doch dann. Du bist nicht mehr aufgewacht. Wieso war lange Zeit unklar. Ein paar Wochen später sagten die Ärzte dann dass es keine Hoffnung mehr gäbe. Sie haben dich uns zu Liebe leben lassen. Und dann kam der Tag, an dem die Maschine ausgestellt wurde. Am liebsten wäre ich zu den Ärzten gerannt und hötte gesagt, dass es falsch ist, was sie da machen. Doch ich konnte nicht.
Die Zeit danach
Es war anders und es war nicht leicht.
Wir wussten alle, dass es eines Tages so kommen wird und doch will man es dann, wenn es soweit ist, nicht wahrhaben. Du wurdest einfach aus unserem Leben genommen.
Ich, dein Kind, habe die ganzen zwei Monate danach erstmal geschwiegen. Aus Angst, etwas falsches zu sagen.Versucht zu verbergen, dass ich traurig bin, dass du nicht mehr da bist. Ich wollte, dass alles so bleibt, wie es vorher war, aber das ging nicht mehr, denn du bist nicht mehr da. Der Realität ins Gesicht schauen ist hart. Das Leben geht weiter. Leider ohne dich, doch du bist ständig bei uns.
Keiner kann mich verstehen, wieso der Friedhof mein Lieblingsplatz ist. Hier bist du in meiner Nähe.
Hoffnung
Ich weiß, dass es keinen Weg mehr zurück gibt. Und auch, wenn alles gut gegangen wäre, du vielleicht ein Spenderherz hättest- das Leben wäre ein anderes. Es ist ein anderes.
Oft sehe ich ein Eichhörnchen – dich. Du besuchst uns fast jeden Tag. Das schenkt mir Hoffnung und Kraft. Denn du bist mit uns.
Liebe Kaly @kaly2707, danke für diesen anderen Blickwinkel aus der Sicht der Tochter eines Sternenkindes. Wir wünschen dir alles Gute.

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