Deine Geschichte · Folgewunder · Gastbeitrag

Wenn Trauer, Angst, Hoffnung und Freude sich kreuzen

Letztes Jahr habe ich meine Tochter kurz vor dem ET still zur Welt gebracht, weil ihr Herz einfach nicht mehr schlug. Es war einfach das Schlimmste, was passieren konnte. Ich habe danach viel getan, was für mich richtig war, um damit klar zu kommen und ich bin damit immernoch nicht fertig. Die Trauer ist immernoch da. Sie kommt und geht, wie sie es für richtig hält. Sie fragt mich nicht, wann es für mich in Ordnung ist.

Aber das ist okay… denn es gehört jetzt zu mir.

Der Wunsch nach einem Folgewunder kam trotz allem sehr schnell. Erst hatte ich Angst vor diesem Gedanken und vor allem ein schlechtes Gewissen meiner Tochter gegenüber… doch für mich war einfach klar, dass ich ein Baby im Arm halten möchte. Ein Geschwisterchen für meine Tochter. Denn sie wird immer neben uns her schweben und auf uns aufpassen. Sie ist dadurch nicht vergessen und sie wird immernoch unendlich geliebt.

Drei Monate nachdem wir sie gehen lassen mussten, hielt ich also wieder einen positiven Test in der Hand.
Die Freude war riesig… die Angst am Anfang aber auch… die Trauer um mein Mädchen war und ist auch immernoch riesig… dann kommen wieder die Tage, an denen man es genießt, dass wieder ein Leben in einem wächst… dann ist man erleichtert, weil das Herzchen schlägt… dann hat man Angst vor den Momenten, die man mit dem Baby nach der Geburt hat und mit seinem Stern nie haben durfte… dann hat man ein schlechtes Gewissen dem Baby im Bauch gegenüber, weil man die Schwangerschaft nicht so unbeschwert genießen kann, wie die Schwangerschaft davor… und dann kommt die Angst noch ein Kind gehen lassen zu müssen… und dann die Hoffnung, dass diesmal alles gut geht…
So viele Gedanken und Gefühle vermischen sich…
Es gibt Tage an denen man nur weint, aber es gibt Tage an denen man wieder stark ist. Ich bin noch voll in der Trauerphase, aber ich wusste, dass es so werden wird. Ich wusste, dass das zweite Kind leider schon im Bauch viel Traurigkeit mitbekommen wird.
Aber es ist wichtig die Trauer nicht zu ignorieren. Ich muss sie zulassen. Denn nur dann bin ich an einem anderen Tag wieder stark und ich streichel mir über den Bauch und schaue nach vorne.
In eine Zukunft mit dem Regenbogenbaby auf dem Arm und mit dem Sternenkind, das neben uns her schwebt, ganz tief im Herzen.
❤🌈⭐❤

Liebe Sonja, danke für deinen Beitrag. Dein Sternchen ist nicht vergessen, niemals! Alles Gute für deinen/euren Weg mit deinem/eurem Regenbogen!

Ein Kommentar zu „Wenn Trauer, Angst, Hoffnung und Freude sich kreuzen

  1. Liebe Sonja…

    Erst einmal mein Beileid zu deinem Verlust. Aich ich bin knapp 6 Wochen nach unserem Verlust wieder schwanger geworden. Es war schwierig, stetig die Achterbahn zwischen Freude auf das neue Leben und die Angst und Trauer um den Verlust. Oft höre ich auch heute noch den Satz “ zu viel Traurigkeit und Trauer in der Schwangerschaft ist nicht gut für das ungeborene“. Ich selber finde das man die Trauer wie du sagst zulassen muss. Alles andere wäre auch nicht gut. Unser Folgewunder ist fast 3… sie ist ein glückliches aufgewecktes Mädchen voller Freude. Meine Trauer hat ihr also nicht geschadet. Ich wünsche dir alles Gute

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