Deine Geschichte · Gastbeitrag

Ein Traum wurde wahr

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll…
Ich habe leider eine unheilbare Krankheit und muss alle 8 -10 Wochen ins Krankenhaus und dann findet ein Eingriff statt… und das mache ich seit 20 Jahren durch…
Es wurde mir immer gesagt, dass ich niemals schwanger werden würde bzw. entweder mein Kind oder ich würden eine Schwangerschaft überleben!
Nun ja, so wie es das Schicksal wollte, war ich Ende Februar zu meinen Eingriff im Krankenhaus und ich weiß nicht warum, aber ich bat die Schwester bitte einen Schwangerschafttest durchzuführen.
Da ich selber vom Fach bin, dachte ich, wenn da etwas wäre, dann hätten mich die Ärzte schon informiert … falsch gedacht!
Ich war schwanger und es wurde ein Eingriff gemacht, wie immer mit Narkose und starken Medikamenten.
Mein Körper veränderte sich und ich fing an, mich vor vielen Sachen zu ekeln.
Am 21.4 hatte ich dieses Gefühl, das etwas nicht stimmt und kaufte mir 2 Schwangerschaftstests .
Ich machte den ersten Test und sah zwei Striche, dann machte ich nochmal einen, wieder zwei Striche.

Mein ganzer Körper zitterte… ich rief mein Freund an, der in Paris wohnte und zeigte ihm den Test.

Er hat sofort gelächelt, während ich nur noch geweint habe… ich wusste, was mich erwarten wird und ich weinte, weil ich einfach überfordert war … was sollte ich tun? Mein Baby behalten oder es doch in Gottes Hände geben? Ich war ganz alleine und dank meiner Nachbarin machte ich einen dringenden Termin beim Gynäkologen.
Ich schlief ein mit vielen Tränen.
Ich hatte komplett die Kontrolle verloren 😔
Am nächsten Tag beim Gynäkologen saß ich auf dem Stuhl und das erste, was zu sehen war, war ein kleines Klümpchen… mir liefen die Tränen… nachdem ich dem Arzt von meiner Krankheit erzählt hatte, war seine Antwort: Frau D. Sie können das Kind nicht behalten und somit hab ich noch nicht mal einen Mutter-Pass bekommen.
Das hat mich nochmal tief sinken lassen … kein Mutter-Pass? Ich war doch jetzt eine Mama und jede Mama hat ein Mutter-Pass … warum ich nicht???
Die Zeit lief und lief … und ich fühlte mich, als würde ich neben mir stehen …
Durch meine Erkrankung musste ich von einem Arzt zum nächsten und jeder sagte mir, Sie können das Kind nicht behalten!

Ich hab in der Zeit sehr viel geweint und jeden Abend streichelte ich meinen Bauch und erzählte ihm (das Geschlecht wusste ich nicht, aber ich habe es im Gefühl gehabt, dass es ein Junge war … warum auch immer) über seine Mama, die so viel im Leben erlebt hatte und ich erzählte ihm, dass ich seinen Papa am Ende der Welt kennengelernt habe, im Urlaub und aus dieser Urlaubsbekanntschaft wurde eine Beziehung … ich war zu der Zeit 34 Jahre alt, eigentlich das perfekte Alter für ein Baby.

Ich wollte, dass er auf seine Mama stolz ist … leider war die Beziehung zu meinem Freund sehr labil… er fing an sich zu verändern und meldete sich kaum.
Am 5.5.17 wurde ein Termin gemacht, um eine Ausschabung durch zu führen … und ich musste mich mit der Chefärztin unterhalten, die mir herzlos sagte „Kommen Sie mir nicht in 5 Monaten oder in 5 Jahren nochmal schwanger an.“ Ich kriegte kein Wort raus und weinte die ganze Zeit! Ein grauenhafter Tag!
Meine Mama stand mir zur Seite… leider hab ich soviel geblutet, dass ich über 4 Stunden im Op war!
Ich war schon in der 16 SSW! Aber das war für die Ärzte nicht interessant, weil ich krank war und somit musste ich mich nicht an die ganzen Gesetze halten.
Es wurde nocheinmal ein Ultraschall Bild von meinem Engel gemacht und er war schon so groß und süß 😔 ich muss gerade weinen, weil ich ein wunderschönes Kind unter meinen Herzen trug.
Nach der Operation musste ich noch eine Nacht da bleiben … ich glaube ich muss euch nicht erzählen, wie die Nacht war!
Am nächsten Tag fuhr ich in dem Zustand zu meiner Wohnung, weil mein Freund gekommen war … ich holte ihn vom Bahnhof ab und das erstemal nach zwei Jahren umarmte er mich in der Öffentlichkeit ganz fest und wollte mich nicht loslassen 😔
Wir fuhren zu meiner Wohnung und ich weinte und weinte. Er hielt mich fest und versuchte sich zu beherrschen… ich fragte mich die ganze Zeit warum ich??? Warum diese verdammte Krankheit…Fragen über Fragen.
Mein Freund musste nach 24 Stunden nach Hause fahren, weil seine Tante im Sterben lag … als diese Nachricht kam, explodierte er und seine ganzen Gefühle flossen in Tränen aus ihm … er hat in dieser Woche sein Kind verloren und seine Tante!
Und wieder war ich alleine … ich merke gerade, dass ich sehr oft alleine war. Dies war mir irgendwie nicht bewusst.
Nach und nach merkte ich, dass es nicht weiter geht mit uns und somit trennten wir uns!
Und ich war wieder alleine … ich schrieb einen langen Brief an mein Kind, den ich an zwei weiße Ballons befestigte und ließ sie hoch fliegen am Grab meines Kindes 😔 Mein „Freund“ schimpfte über mich und sagte, warum machst du dies, warum machst du jenes, aber seine Meinung war mir in dem Moment egal, schließlich war es mein Kind!
Nach langer Zeit hat er sich bedankt, dass ich all diese schönen Sachen gemacht hab…
Ich habe immer noch Tage, an denen ich sehr viel weine, aber ich hab immer die zwei Ultraschall Bilder neben mir … es gibt mir das Gefühl, dass ich nicht alleine bin. Ich durfte meine Geschichte mit niemanden teilen, weil ich aus einer Kultur komme, wo sowas nicht erlaubt ist! Ich würde so gerne einfach mit jemanden reden … ich habe Gott sei dank sehr liebe Eltern, die hinter mir stehen. Aber ich sehe alle meine Freundinnen, die schwanger und glücklich sind und ich trage im Herzen mein perfektes Baby💫
Das war die Geschichte von meinem perfekten Baby und trotz allem bin ich Gott dankbar, dass er mir dieses Gefühl Mama zu sein geschenkt hat.
Ich bin eine stolze Sternenmama ❤️

Anonym.

Liebe Sternenmama, danke für deine Geschichte. Dein kleiner Stenenjunge wird niemals vergessen sein!

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