Leben mit der Trauer

Was wir brauchen

*Dieser Beitrag enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung*

Ich denke, viele Familienmitglieder, Freunde und Bekannte fragen sich, was sie tun können, wenn jemand aus ihrer Familie, aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis „betroffen“ ist, ein Kind verloren hat. Viele schweigen aus Hilflosigkeit, aus fehlendem Mut. Vielleicht kann dieser Beitrag eine Hilfestellung leisten. Denn es ist so wichtig, dass Sterneneltern nicht allein bleiben mit ihrer Trauer.

Nicht „Totschweigen“

Das Baby war da, in uns. Es hat wirklich existiert und wir haben es so sehr geliebt. Also sprecht ruhig drüber. Nennt ihren/seinen Namen. Das macht uns glücklich. Und das nicht nur in den ersten Wochen, sondern immer. Unser Leben lang. Sprecht auch nach Jahren ruhig von unserem Baby.

Sprachlos

Ja, ein Baby zu verlieren macht einen sprachlos. Wenn Du nicht weißt, was Du sagen sollst oder Angst hast, das falsche zu sagen, gib es einfach zu. Sag oder schreib uns, dass Du gehört hast, was geschehen ist, aber einfach nicht weißt, was Du sagen sollst. So wissen wir, Du denkst an uns. Und das ist ein schönes Gefühl.

Glückwünsche

Wenn wir eine stille Geburt erlebt haben, fühlen wir uns trotzdem als Eltern. Zumindest alle, mit denen ich bisher geschrieben/geredet habe. Und das zu Recht. Warum also nicht auch zur Geburt gratulieren? Natürlich nicht im herkömmlichen Sinn, aber mit gegebener Vorsicht und ein bisschen Einfühlungsvermögen freuen sich Eltern auch darüber.

Beerdigung

Frag nach, wann die Beerdigung ist und ob Du daran teilnehmen darfst. Auch das bedeutet Anerkennung des Lebens. Auch das gibt den Sterneneltern Kraft.

Nicht Kleinreden

Ein früher Abgang? Ein Missed Abort im ersten Drittel? Ein Abbruch aufgrund medizinischer Indikation? Egal, was es war. Es war ein Baby im Bauch der Mama. Sätze wie „Es war doch noch so früh“, „Sei froh, dass es von selbst gegangen ist“, „Ihr seid doch noch jung und könnt andere Kinder bekommen“ oder „Ihr habt doch schon ein (Oder x) Kinder“ sind fehl am Platz und verletzen die Eltern sehr.

Berührung

Du findest keine Worte? Nimm die Sternenmama/den Sternenpapa in den Arm, nimm sie/ihn an die Hand. Auch gemeinsam dasitzen oder gemeinsam Weinen tut gut. Ihr müsst nicht reden, zuhören reicht. Aber auch in den passenden Momenten zu schweigen ist hilfreich.

Nachfragen

Behutsam nach Erinnerungen fragen. „Wie war das bei dir?“ Oder an Jahrestagen gemeinsam erinnern. Interesse am Kind und Interesse an den Gefühlen der Eltern zeigen, das berührt uns und zeigt uns, dass unser Baby auch für andere real ist.

Zerstreuung

Auch Ablenkung kann manchmal gut tun. Wie wär’s mit einer Einladung? Zu Kaffee und Kuchen, ins Konzert, ins Restaurant, aber auch zum Sport oder zum Wellness.

Trauer zulassen

Jeder trauert unterschiedlich. Keine Erwartungen an den Trauerprozess stellen und die individuelle Trauer akzeptieren und respektieren. Besonders gilt es, die Länge unserer Trauer anzunehmen. Denn der Verlust ist nicht einfach so vergessen. Auch nach Jahren freuen wir Eltern uns noch über Aufmerksamkeit.

Bücher

Auch Lektüre über Trauer oder speziell über den Verlust eines Kindes können Sterneneltern in ihrem Trauerprozess unterstützen.

Passende Worte (nach Hannah Lothrop)

+ Es tut mir leid.

+ Das muss schwer für euch sein.

+ Ich bin hier und höre zu.

+ Ich habe an euch gedacht und mich gefragt, wie es euch wohl geht.

+ Lass dir Zeit.

+ Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

+ Ich verstehe das auch nicht.

+ Wie geht es dir denn mit alldem?

+ Es macht mich sehr betroffen/traurig …

+ Möchtest du mir erzählen, wie … Möchtest du mir von deinem Baby erzählen?

+ Wie kann ich etwas für dich tun?

+ Du brauchst keine Hemmungen zu haben, vor mir zu weinen. Tränen tun gut.

+ Gibt es Menschen, die du gern bei dir hättest und die ich anrufen kann?

Was hat euch geholfen? Was hättet ihr gern von eurer Familie/euren Freunden gehört? Oder wie habt ihr als Familie/Freunde reagiert? Kommentiert doch gerne.

Eure Julia

Ein Kommentar zu „Was wir brauchen

  1. Jeeep so sprachlos wird die Leere, du gehörst irgendwie nirgendwo hin .ich bin anders .bin ich das
    Nein, ich bin Mutter von 4 Kindern auf der Erde , wir wohnen alle im Winde verweht und meine Tochter wohnt eben im Himmel
    Auch ein Wohnort

    Gefällt mir

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