Folgewunder · Leben mit der Trauer

…und immer wieder die Angst

Ich weiß noch, wie mich nach dem Ersttrimesterscreening 2016, in der Schwangerschaft mit Pauline, die Angst überkam. Angst, eine solche weitreichende Entscheidung zu treffen. Angst, dieses so sehnlichst gewünschte Kind zu verlieren, gehen lassen zu müssen. Angst, falsch zu entscheiden. Angst vor der Zukunft, was wohl passieren würde.

Ich glaube, alle von uns Sternenmamas kennen Angst. Vielleicht nicht die, die ich beschrieben habe, aber ähnliche.

Mit meiner Angst musste ich lernen umzugehen. Das habe ich geschafft. Dann kam der Wunsch nach einem Regenbogenbaby. Und ich wusste, ich werde Ängste haben und ich werde damit umgehen müssen.

Die Schwangerschaft verlief gut, relativ frei von Ängsten. Die kam nur beim Ersttrimesterscreening, bei der Feindiagnostik und in der Zeit zwischen Übelkeit und ersten spürbaren Bewegungen. Ich konnte einigermaßen entspannt durch die Schwangerschaft gehen. Gott sei Dank!

Ich dachte, damit würde es sich haben. Keine Angst mehr um dieses Kind. Von wegen!

Erst kam die Angst, ob sie auch atmet. Die kommt übrigens immer mal wieder. Nicht nur nachts. Dann spuckte meine Tochter im Schwall gefühlt ihren gesamten Mageninhalt wieder aus. Ich konnte die halbe Nacht nicht schlafen… Und nun die Krönung: Ein unruhiger Tag, kein Ablegen möglich, Weinen, Dauerstillen, kaum Schlaf. Wieder Spucken, komisches Geräusch beim Atmen. Ihr könnt euch denken, wie es mir ging. Ich hatte solche irrationale Angst um die Kleine. Angst, sie zu verlieren. Ich wusste, das ist unmöglich, jedenfalls nicht wegen dieser Symptome. Aber sie hatte mich im Griff, die Angst. Ich lag neben meiner Kleinen und starrte sie an, bat sie, weiter zu atmen und sagte ihr, wie sehr Mama und Papa sie lieben.

Diese Angst, ein Kind zu verlieren, wird uns Sternenmamas wohl nie loslassen. Ich muss versuchen damit zu leben, gelassener zu werden. Stattdessen meinem Instinkt zu trauen. Ich wusste nämlich eigentlich, dass es meiner Tochter gut ging. Und trotzdem war der Gedanke „Und wenn du dich irrst?“

Wie geht es euch mit euren Ängsten? Habt ihr welche? Wie geht ihr damit um?

Eure Julia

Ein Kommentar zu „…und immer wieder die Angst

  1. Ich kenne diese Ängste, und ich finde es normal, wenn man vorher bereits ein oder mehrere Kinder verloren hat, das man ängstlicher ist als andere Kinder. Die Angst darf jedoch keine Oberhand gewinnen. Das ist denke ich das wichtigste.

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