Deine Geschichte · Diagnose · Gastbeitrag

Stich ins Herz

Der Termin beim Frauenarzt. Immer war alles in Ordnung gewesen. Ich glaube, das beste was einer werdenden Mama gesagt werden kann, ist, dass es dem Bauchzwerg gut geht, dass das Herzchen schlägt und stark ist.

Mein Frauenarzt fragte, ob ich nicht den Preanatest machen möchte, mein Freund und ich entschieden uns aber dagegen. Ich dachte, warum, wenn alles in Ordnung ist. Daraufhin wollte er uns zur Pränataldiagnostik zum Organultraschall überweisen. Wir gingen natürlich auch hin, voller Vorfreude auch auf die 3D-Bilder, die gemacht werden sollten.

Es war ein Montag, der Montag, der alles verändern sollte. Mein Freund und ich wurden dann aufgerufen. Total aufgeregt lag ich nun dort. Die Ärztin begann mit dem Ultraschall, einen besonders langen Blick legte sie auf das Herzchen meines Babys, sodass mein Freund schon nachfragte, ob denn alles in Ordnung sei. Keine Antwort…

Am Ende des Organultraschalls schaute sie mich an, nahm meine Hand, schaute mir tief in die Augen und sagte mir, es sei ein kleines Mädchen, allerdings gehe sie davon aus, dass etwas nicht stimme. Sie ging von einer Trisomie aus, es könnte entweder 13 oder 18 sein.

Es war ein Stich ins Herz. Nein, nicht ein Stich, unendlich viele Stiche. Wie viele es gewesen sind, kann man nicht in Worte fassen. Mein Freund und ich haben uns für eine Fruchtwasseruntersuchung entschieden, wobei alles gut ging, aber es kam raus, dass meine kleine Emilia eine freie Trisomie 18 hat. Sie hatte keine Überlebenschance außerhalb meines Bauches.

Wir entschieden uns für einen Fetozid, wir wollten Emilia Schmerz und Leid ersparen. Starke Medikamente, die ich selber nicht nehmen würde, meiner Tochter zu geben und das direkt nach der Geburt, ein Leben an Schläuchen und dem ständigen Kampf zwischen Leben und Tod? Nein!

Meine Familie und ich stehen hinter dieser Entscheidung und ich weiß, dass Emilia es dort oben bei ihren neuen Freunden erzählt, was ihre Familie und ihre Mama für sie auf sich genommen haben und sie weiß, dass wir sie lieben und vermissen und sie weiß vor allem, warum wir uns für diese Methode entschieden haben.

Von der Diagnose bis zum Fetozid vergangen knapp 20 Tage.

EMILIAS DATEN 12.7.2018 24ssw 22cm 325g

In Ewiger Liebe Lisa, deine Mama, dein Papa und deine Oma

Liebe Lisa, @Lisi_Mhkay, danke für Emilias Geschichte. Ihr seid sehr starke Eltern und Emilia wird niemals vergessen sein!

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