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Mama sein

Gibt Euch Euer Umfeld auch manchmal das Gefühl, dass ihr keine wirkliche Mama seid? Fühlt ihr Euch ausgeschlossen? Müsst ihr nicht! Wie ich das Mama-Sein sehe, könnt ihr hier lesen:

Mama sein. Was heißt das überhaupt? Landläufig versteht man darunter, dass eine Frau ein oder mehrere Kinder hat, sich um sie kümmert, sie umsorgt, sie aufwachsen sieht. Hm, darunter falle ich nicht. Ihr vielleicht auch nicht. Also was macht eine Mutter aus? Hier kommen mir mehrere Dinge in den Sinn: Verantwortung für mehr als sich selbst übernehmen, sich um sein(e) Kind(er) sorgen, sie umsorgen. Da sein, um zu trösten, zu lieben, um Schmerzen und Verletzungen wenn möglich zu verhindern. Mutterliebe eben. Und da, da passen wir alle rein.

Aber Mutter sein fängt für mich noch viel früher an, nämlich in der Kinderwunschzeit. In der Zeit, in der man sich von Herzen ein Baby wünscht und es Monat für Monat probiert und mit jedem negativen Schwangerschaftstest verzweifelter wird. Und trauriger. Schon in dieser Zeit bereiten wir uns darauf vor, Mütter zu sein. Wir investieren Zeit, Hoffnung und Mut in unser Vorhaben. Einige hören vielleicht auf zu rauchen, nehmen ab, ernähren sich gesünder oder ähnliches. Warum? Na, weil wir Verantwortung übernehmen für das ungeborene Leben, welches wir uns aus tiefstem Herzen wünschen. Jede Trauer um einen negativen Test zeigt, wie sehr wir schon Mütter sind.

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Ist dann endlich der Schwangerschaftstest positiv, bauen wir so ziemlich direkt eine Verbindung zu unserem Baby auf. Es ist so winzig klein, dass man es weder sehen noch spüren kann. Doch unsere Liebe zu diesem kleinen Wesen ist unglaublich groß. Wir kennen es nicht, wissen nicht, ob es ein oder zwei Babys sind, ob es ein Junge ist oder ein Mädchen. Wir wissen nicht, ob es später ein Rabauke wird oder schüchternes Kind. Wir wissen nichts, und lieben es doch bedingungslos. Schon zu diesem Zeitpunkt. Wir sind Mütter. Das ist Mutterliebe.

Und aus diesem Grund tut es auch (entschuldigung!) scheiße weh, wenn wir dieses kleine Wesen wieder verlieren. Egal, dass wir es noch nie gesehen haben. Egal, dass wir noch nicht einmal die Bewegungen gespürt haben. Egal, dass wir das Geschlecht nicht wissen. Es ist alles egal. Was zählt, ist dieser Mensch, unser Kind, den wir verloren haben.

Und da gibt es da noch diese ganz besonderen Situationen, in denen wir noch einmal zeigen müssen, wie sehr wir Mütter sind. Stell Dir vor, Dein geliebtes Baby ist krank. So krank, dass es nicht lebensfähig ist. Vielleicht auch „nur“ so krank, dass man einfach nicht weiß, was für ein Leben es führen würde. Egal, wie die Diagnose lautet, wir stehen vor der Entscheidung: das Baby oder wir? Leben oder Abbruch? Hört sich hart an? Ist es auch! Denn das Baby wird Dir nicht einfach genommen. Nein, Du (oder Ihr) musst die Entscheidung treffen, ob es leben darf. Und in dieser Situation übernehmen wir Verantwortung. Wir wollen das beste für unser Kind. Es geht nicht darum, was wir wollen (nämlich bitte endlich ein Baby!), sondern darum, was für unser Kind am besten ist. Für treffen eine Entscheidung FÜR unser Baby. Dabei geht es nicht darum, ob wir uns später die mitleidigen, angeekelten oder verständnislosen Blicke ersparen wollen. Dass wir keine Lust haben auf etliche Termine beim Physiotherapeuten oder sonstigen Förderzentren. Es geht darum, unseren Kindern ein Leben in Schmerz zu ersparen. Vielleicht ist es sogar fraglich, wie sie leben würden. Oder sie sind „einfach“ lebensunfähig und ein Abbruch verhindert, dass sie jemals Schmerz empfinden.

Ja, diese Entscheidung, diese verdammt schwere Entscheidung, verlangt alles von uns ab. Keiner, der das nicht durchmachen musste, kann das nachvollziehen. Und diese Entscheidung zeigt, dass wir Verantwortung übernehmen zum Wohle des Kindes. Dass wir das Wohl des Kindes über unser eigenes Wohl stellen. Und das macht eine Mama in meinen Augen aus.

Also lasst Euch nicht einreden, dass ihr keine Mütter seid! Ihr seid Mütter.

Eure Julia

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