Allgemein · Folgewunder · Leben mit der Trauer

Ein Ziel, zwei Wege

Klar habe ich den absoluten Traummann für mich gefunden, nicht umsonst betitel ich ihn hier oft und gerne als den „Göttergatten“.

Die Folgeschwangerschaft und ein weiteres, lebendes Kind war und ist ganz klar unser Ziel. Über 90% davon sind bereits geschafft, keinen Monat mehr und wir haben hoffentlich unseren kleinen, warmen, quakenden Sohnemann im Arm.

Heute Nacht ist mir allerdings aufgefallen wie unterschiedlich unser Weg durch diese Schwangerschaft war auch im Vergleich zu unserer ersten Schwangerschaft und ich frage mich wie das bei den anderen Sternenmamas in der Folgeschwangerschaft so ist… ihr seid also herzlich dazu eingeladen, danach zu berichten.

In Maries Schwangerschaft war ich es, die das Bauchgefühl hatte, die irgendwie näher dran war. Der göttliche Gatte konnte sich glaube ich lange nicht vorstellen, dass in diesem Bauch wirklich ein Baby ist. Dann kam die Diagnose und er hat unglaublich gelitten, da wurde mir erstmal klar, wie sehr er sich darauf gefreut hatte Papa zu werden, denn davor war er nicht der Bauchstreichler wie man das von so vielen werdenen Vätern zu hören bekommt.

Wirklich realisiert, dass da tatsächlich ein kleiner Mensch am Ende bei rauskommt, der dann in unserem Fall auch noch aussah wie er, hat er glaub ich erst mit der Geburt. Tja ab da war er vollkommen fasziniert von der Schwangerschaft an sich und dem Gedanken wie es sein muss, wenn das Baby dann auch noch lebt.

Etwa ein Jahr später war es dann so weit, wir wussten wir bekommen ein weiteres Kind.

Und dieses Mal ist der Herr irgendwie von Anfang ganz nah, er plappert munter auf meinen Bauch ein, spielt mit ihm „anstupsen“ und freut sich einen Ast an den Baum, wenn wir uns Abends unterhalten und der Bauch sich einfach jedes mal in seine Richtung wölbt. Der Kleine ist ein Papa-Sohn, jetzt schon,… er ist unglaublich aktiv und ich habe mehr als einmal das Gefühl gehabt, dass er mir demnächst die Rippen bricht oder gleich aus der Bauchwand tritt. Sag ich ihm, er soll doch bitte etwas sanfter sein, bekomme ich als Dank einen noch heftigeren Tritt, sagt aber der Göttergatte das, dann wird ganz sanft geantwortet und legt er seine Hand auf den Bauch dann drückt Sohnemann sich komplett daran…. irgendwas mach ich falsch 😀

Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich mehr Abstand habe dieses Mal. Ich vertraue dieser Schwangerschaft, bin sehr im Reinen mit mir, ein lebendes Kind kann ich mir trotzdem nicht vorstellen, ein Kind was warm bleibt, atmet. Mir wurde schonmal kurz vor Ziel ein Bein gestellt und dieses Mal glaube ich es erst, wenn er tatsächlich lebt. Ich liebe ihn, meinen kleinen Sohn in meinem Bauch, aber die Verbindung die mein Mann dazu hat, die habe ich nicht.

Ich bin nun in der Woche wo ich Marie erst habe gehen lassen und am nächsten Tag dann geboren habe. Für mich ist das omni-present, für meinen Mann spielt diese Woche überhaupt keine Rolle. Für ihn ist der September der Monat, in der es ihm schwer fällt, denn dort wurde sie geboren, am 09.09.16. Alles andere ist für ihn ein Aufhalten, ein Schwer-Gemache, er möchte mich stärken, mich positivieren, ich soll kraftvoll sein.

Ich hingegen hänge meinen Gedanken hinterher, komme immer zu dieser Woche X in der ich jetzt bin. Ich bin weiß Gott nicht negativ, aber ich ziehe mich zurück, möchte nochmal ganz bewusst diese Trauer die ich mit dieser Woche verbinde spüren, zulassen, erleben, verarbeiten… ich will nicht stark sein. Ich war so oft stark, jetz möchte ich aufgefangen werden…. von starken Armen. Das ist schwer, denn in dieser Position sehen wir zwar das gleiche Ziel, aber gucken von zwei unterschiedlichen Wegen darauf. Am Ende wird es wie so oft sein, zählt ist was unter dem Strich steht und da stehen ganz klar wir, zusammen. Aber angekommen sind wir auf zwei Wegen.

Was hilft uns? Miteinander reden, wieder erneut verstehen, dass man eben nicht verstehen muss, sondern nur aktzeptieren. Nicht über den anderen urteilen, nur weil man selber andere Gedanken und Gefühle hat. Leicht ist das mit Sicherheit nicht, es ist Arbeit, aber wir sind eben ein Team.

Und auch dort heißt es, nicht jedes Team ist gleich, es gibt unterschiedliche Arten von Team. Wir sind eben nicht das Team „Synchronspringer“ oder Team „Ruderer“. Diese Teams haben den inneren Gleichklang, die gleichen Aufgaben, synchronisieren sich um gemeinsam zu gewinnen.

Wir hingegen sind mehr Team „Segler“, zwei Aufgaben, einer der Vorschoter, der andere am Steuer. Keiner hat die gleichen Aufgaben, aber auch dieses Team muss sich aufeinander verlassen, sonst funktioniert es nicht. Einklang ohne Gleichklang, so könnte man es vielleicht ausdrücken.

Beide Teams haben ihr Vorzüge, beide ihre Nachteile, was besser ist, entscheidet jeder für sich, entscheiden immer die eigenen Bedürfnisse. Wir machen also weiter, setzen Segel, immer auf das Ziel fokusiert.

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