Allgemein · Folgewunder

Die Ängste der Folgeschwangeren

Ich beobachte gerne, nehme wahr, nehme auf. Ich finde es … ja… wie…interessant? Kann man interessant sagen in Bezug auf die Ängste von Sternenmamas die wieder schwanger sind?

Und doch sind da so unterschiedliche Ängste wie Frauen. Auch habe ich das Gefühl es spielt ein große Rolle, hinsichtlich dieser Ängste, wann das Kind starb und wie dieses starb. Ich hole nun etwas aus… wer keine Zeit hat, sollte hier abbrechen ;-).

Ich habe meine Tochter ganz am Ende der Schwangerschaft tot zur Welt gebracht. Sie starb durch mich. Sie war krank. Für mich macht es das ganze recht begreifbar. Ihren Tod, wie sie starb, dass sie starb und auch hatte ich davor eine volle Schwangerschaft. Ich kenne es also „komplett“ schwanger gewesen zu sein. Kenne die Geburt eines „fertigen“ Kindes. Ich weiß wie sich der Beginn von Wehen anfühlt, was mit mir passierte. Ich weiß auf welche Buchstaben ich Wehen veratmen kann und ich weiß auch, dass man eine Geburt schafft. Das alles ist nichts neues für mich, ich fühle mich sicher.

Was macht mir also Angst in der Folgeschwangerschaft? Meine Ängste sind recht begrenzt muss ich sagen, Am Anfang waren da, durch die Bekanntschaft anderer Sternenmamas, die Ängste, dass es nicht bleibt. Das jedoch, so habe ich es gespürt, waren gar nicht mein Ängste, dass waren, nennen wir es mal „Umwelt-Ängste“. Ich hatte sie weil ich die Erfahrungen anderer kannte und nun realistisch wusste:“ Das passiert und zwar auch Frauen die alles für ihre Schwangerschaft tun!“.

Diese Angst konnte ich jedoch schnell loswerden, irgendwie gehörte diese Angst nicht zu mir, mein Körper ist ja mehr von der Sorte der behält und kämpft was eben geht. Marie hätte ich mit ihrer Vielfalt von Defekten, Trisomie18 bedingt, nicht weiter als bis in die 12. Woche bringen dürfen. Rein medizinisch gesehen war es eigentlich nicht möglich, dass sie so lange lebt. Ging aber, also warum sollte mein Körper eine Schwangerschaft ob gesund oder nicht, nicht wieder einfach durchziehen.

Ich hatte für mich einen Plan, wie ich eine Schwangerschaft haben möchte, diesen habe ich recht zeitnah nach Maries Geburt erstellt. Ich hatte also einen Fahrplan und dieser gibt bis heute Sicherheit.

Schwangerschaftsbezogene Ängste hatte ich bisher so gut wie keine. Natürlich gibt es manigfaltige kleine Krisen, einfach weil man mittlerweile so viele Geschichten kennt. Alles passiert, alles real, alles Frauen wie ich auch eine bin.

Nun komme ich allerdings in die Zeit in der bei meiner ersten Schwangerschaft so langsam auffiel, dass sie zart ist. Bis zu der Diagnose vergehen noch Wochen, aber trotzdem merke ich, dass mein Geist öfter angespannt ist. Sein Gewicht ist mir extrem wichtig. Die Durchblutung der Plazenta. Dort will ich Sicherheit, dort fangen meine Ängste an. Ich habe keine Angst vor der Geburt, die einzig echte Angst ist die vor einem kalten Kind, einem Kind das nicht atmet. Ich weiß, dass ich es wieder lieben würde, aber es wieder herzugeben, dass würde ich nicht schaffen.

Es ist die Angst vor dem Hergeben, vor der Kälte, der Einsamkeit, den leeren Armen.

Und spricht man mit Sternenmamas die ihr Kind auch sehr spät verloren haben, ist diese „Angst“ meiner Situation sehr ähnlich.

Ganz anders Sternenmamas die ihr Kind früher verloren haben, so bis zu 20.-25.Woche.

Die ganz realen Ängste fangen früher an, ihren Erfahrungen gemäß eben. Frauen die ihr Kind tot zur Welt bringen musste bevor sie es zum ersten Mal spüren durften sind noch intensiver. Da kommt nicht nur die Angst hoch vor dem Verlust sondern eben auch die Unsicherheit „Was ist normal“, „wie spüre ich was und was sollte ich überhaupt spüren“. Die Natur hat sie zur Mutter gemacht , aber ihren Körper nicht die volle Schwangerschaft gezeigt. Ein kleines Paradoxon, was für die Frauen schwer einzuordnen ist.

Es ist aber auch schön zu sehen, dass viele dieser frühen Mamas viel Angst ablegen können mit überstandener Woche, in der sie zur Sternenmama wurde. Diese „Angstwoche“ zu überstehen ist oft magisch für sie. Schafft Zukunft und Vertrauen.

Natürlich kommen dann auch die Geschichten der anderer. Frauen die ihr Kind spät tot zur Welt gebracht haben. Das löst ein Gefühl von „Bin ich denn nie sicher?“ aus.

Ich habe zum Beispiel oft das Gefühl ich kann trauernden Frauen ihren Weg manchmal etwas leichter machen, Schwangeren bzw Regenbogenschwangern hingegen ganz schön erschweren. Meine Geschichte ist keine die eine Schwangere hören möchte. Eine übersehen Trisomie 18, die durch Zufall kurz vor ET rauskommt.

Deswegen ist es so wichtig auf seinen Kompass zu hören, was gehört zu mir. Was nicht. Was ist für die eigene Sicherheit wichtig und was will ich abklären lassen, weil es Person X, Y oder Z passiert ist. Wo lasse ich Ängste und Geschichten an mich, die ich ohne Internet oder Erzählungen nicht hätte und hätte ich diese Ängtse wenn ich nur meine Gesichte hätte?

Ich finde es lohnt sich sehr sich mit Ängsten in jeder Form zu konfrontieren, sie zu ergründen. Denn stellt man sich diesen, lösen sich viele auf. Die Vogel-Strauß Taktik bringt nicht viel, mir jedenfalls nicht. Passieren kann etwas, dass muss einer werdenen Mutter einfach klar sein, dies auszublenden bringt einem im Fall der Fälle nichts. Aber man kann einen Raum dafür schaffen. Ein Raum für seine Ängste, man weiß wo dieser Raum ist, aber man darf aucg getrost die Tür zumachen wenn man dort aufgeräumt hat.

Die Angst sollte keine Macht über mich haben, Frau im Haus bin ich und nicht die Angst. Ich ignoriere sie nicht, sie darf ruhig bei mir wohnen, aber in ihrem Zimmer, sie muss Ordnung halten und was gar nicht geht ist mit schmutzigen Ansgtfüßen durchs Haus laufen. Was will ich damit sagen?

Man kann seine Ängste erziehen, ihnen Raum geben ohne davon erschlagen zu werden. Man sollte Ängste beherrschen und nicht von angst beherrscht werden.

Du wirst Mutter, deine Aufgabe ist es Probleme für dein Kind zu lösen. Dein Kind schreit, sagt es dir warum es schreit? Nein. Du musst es herausfinden und dann für Wohlbefinden sorgen. Mit deinen Ängsten ist es das gleiche, sie schreien und erreichen deine Aufmerksamkeit. Finde heraus warum es in dir schreit und dann kannst dafür sorgen, dass sie aufhören. Und so trainierst du gleichzeitig für dein Kind, denn mit der Zeit erkennst du unterschiedliches „Geschreie“, kannst es lesen, es verstehen und du wirst immer besser werden…

Was sind eure Erfahrungen mit Ängsten in einer Folgeschwangerschaft? Ward oder seid ihr frei? Nehmen euch die Ängste die Freude an der Schwangerschaft? Ihr dürft uns gerne schreiben über eure Erfahrungen.

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