Deine Geschichte · Gastbeitrag · Produktvorstellungen

Am Ende aller guten Hoffnung

Abtreibung? In Auftrag gegebener Mord am eigenen Kind? Für viele ein heiß diskutiertes Tabuthema. Für mich schon seit jeher Ursprung des Bösen – und absolut undenkbar!
Was aber, wenn etwas passiert, das die eigenen Überzeugungen komplett ins Wanken bringt? Was, wenn man erfährt, dass das absolute Wunschkind, das man unter dem Herzen trägt, keine Chance auf Leben hat? Dass es nur geboren werden würde, um kurze Zeit später jämmerlich zu sterben?
Gibt einem das nicht doch das Recht, diese hoffnungslose Schwangerschaft vorzeitig abbrechen zu lassen? Hat man als verantwortungsvoller Mensch sogar die Pflicht dazu? Oder muss man den Dingen trotzdem ihren Lauf lassen, ohne einzugreifen? Dieses Wissen einfach verdrängen und der Dinge harren, die da kommen werden? Wäre das der bessere Weg? Besser für wen? Für einen selbst? Für das ungeborene Kind?
Auf diese Frage gibt es keine wirkliche Antwort. Keine Patentlösung. Als werdende Mutter ist es eigentlich absolut unmöglich, solch eine Entscheidung zu treffen. Und doch wird man gezwungen, sich zu entscheiden. Ob man will oder nicht.
Sobald man die schreckliche Wahrheit erfahren hat, gibt es kein Zurück mehr, kann man sich nicht mehr unwissend stellen. Sobald man vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen hat – der laut Bibel schon Adam und Eva zum Verhängnis wurde – beginnt der grausame Gewissenskonflikt. Der Alptraum, aus dem es kein Erwachen gibt.

Ich selbst habe genau das erlebt. Das Unfassbare wurde für mich Wirklichkeit. Es war ein überaus schmerzhafter innerer Prozess, der viele Fragen und noch mehr Zweifel aufgeworfen hat. Doch letztendlich habe ich mich entschieden. Irgendwann inmitten des ganzen Chaos kam ich an den Punkt, an dem mir klar wurde, dass es für mich nur einen Weg gibt – nur einen Weg geben kann.

 

Mit diesen Worten beginnt das erste Buch, das ich veröffentlicht habe, und das ich gerne „mein Herzensprojekt“ nenne. Die Idee dazu hatte ich in den dunkelsten Stunden meines Lebens: Als ich im Krankenhaus in der fernen Großstadt lag und darauf wartete, dass die Schwangerschaft mit unserer absoluten Wunschtochter abgebrochen wurde. Genau eine Woche zuvor hatte sich nämlich herausgestellt, dass sie durch schwere Fehlbildungen nach der Geburt nicht lebensfähig sein würde. Auf Anraten meiner Frauenärztin war ich bei der Pränataldiagnostik gewesen und dort von einem sehr unsensiblen Mediziner untersucht worden. Seine anschließende, nüchterne Aussage „Ihr Kind ist leider schwerst behindert“ und die Aufforderung, ich solle mir überlegen, ob ich „den natürlichen Verlauf abwarten“ oder die Schwangerschaft vorzeitig beenden wolle, warf mich aus der Bahn wie ein Meteoriteneinschlag. Von einer Minuten auf die andere war alles anders. Meine ganze Welt – bis dahin noch in bester Ordnung – stürzte ein. Ich fand mich in einem Gefühlskarussell wieder, aus dem es kein Entrinnen gab und das sich immer schneller und schneller drehte.

Der Entschluss, meine ausweglose Situation in Form eines Buches in Worte zu fassen, war der verzweifelte Versuch, das begreifbar zu machen, was eigentlich unbegreiflich ist. Es sollte eine Art Erklärung für Außenstehende sein und deutlich machen, was es für werdende Eltern bedeutet, sich in solch einem Alptraum wiederzufinden, der jede Schwangere ereilen kann.

Ich wollte erreichen, dass Betroffene sich nicht mehr schämen oder verstecken müssen mit ihrem Schicksal. Wir alle haben eine Entscheidung getroffen, die schwerer nicht sein könnte und einen sehr schmerzlichen Weg gewählt. Doch wir haben aus Liebe zu unseren Kindern so entschieden!

Ich finde es traurig, wenn wir dann – neben allem Schmerz über den Verlust unserer Kinder – auch noch mit Kritik oder Anfeindungen in der Gesellschaft zu kämpfen haben.

Von einem bin ich nämlich fest überzeugt: Niemand kann mit Sicherheit sagen, was er denken, fühlen oder entscheiden würde, bevor er nicht selbst in diese furchtbare Situation kommt, die ich keinem Menschen wünsche!

Man kann eine feste Vorstellung davon haben – ja.

„Ich würde, ich könnte (nicht) …“

Aber schon allein die Verwendung des Konjunktivs zeigt doch, dass das alles nur „fromme Vorsätze“ sind. Die Realität sieht dann manchmal eben doch ganz anders aus.

Im Fall der Fälle hat nämlich das ungeborene Kind auch noch „ein Wörtchen mitzureden“. Und wenn man auf die innere Stimme hört, Verstand und Herz gleichermaßen einbezieht, kann man sich meiner Meinung nach gar nicht falsch entscheiden.

Mir hat damals ein Zitat von Friedrich Nietzsche sehr weiter geholfen, der da sagte: „Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.“

Ich stehe heute einhundert Prozent zu meiner getroffenen Entscheidung und würde in der gleichen Situation wieder genauso entscheiden. Ich habe meinen Frieden mit dem Schicksal gemacht, und das wünsche ich allen Betroffenen von Herzen!

Vielleicht kann mein Buch ja ein Stück dazu beitragen, indem es neue Sichtweisen vermittelt und dadurch auch Hoffnung schenkt. Hoffnung darauf, dass man nicht nur lernt, weiter zu existieren – sondern, dass das Leben auch wieder lebenswert sein wird. Dass man irgendwann vielleicht sogar einen Sinn hinter alldem erkennt.

Wenn Ihr Euch angesprochen fühlt, schaut doch einfach mal rein:

https://www.amazon.de/aller-guten-Hoffnung-Erfahrungsbericht-Schwangerschaftsabbruch/dp/3902943610/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=1511558730&sr=1-1

Buch1

Inzwischen ist auch das Fortsetzungsbuch dazu erschienen:

https://www.amazon.de/Zur%C3%BCck-zum-guten-Bauchgef%C3%BChl-Seelenretter/dp/3903085448/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=1511558998&sr=1-14

Buch2

Vielen Dank für Deinen Gastbeitrag und die Vorstellung Deiner Bücher, liebe Sandra!

Ein Kommentar zu „Am Ende aller guten Hoffnung

  1. Liebe Sandra,
    ich danke dir sehr für dein tolles Buch. Wir standen Mitte Oktober vor dieser Entscheidung und sind denselben Weg gegangen. Dein Buch hat mir in meiner schwierigsten Zeit sehr geholfen. Danke!

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