Allgemein · Folgewunder

Die Folgeschwangerschaft

Einige wissen ja, dass ich für nächstes Jahr wieder Nachwuchs erwarte, ein Folgewunder sozusagen, Regenbogenbaby oder wie man ein Kind welches nach einem Sternenkind auf die Welt kommt auch nennen mag.

Ich mach mir sehr viele Gedanken zu diesem Thema, bekomme viel Input von außen. Einiges gefällt mir, anderes weniger.

Die Meinung von einigen Außenstehenden: „Jetzt kannst du dann ja auch endlich vergessen was da war.“ Kann ich das? Soll ich das? Ach wirklich?

Tatsächlich hänge ich sehr an meiner Tochter und das wird sich nicht ändern solange ich lebe. Sie wird die erste sein und bleiben. Kann eine Mutter ein Kind vergessen?

Wenn ja, dann gehöre ich nicht dazu. Es ist auch nicht „das was da mal passiert ist“, „das was ja jetzt vergessen werden kann“. Es ist immer noch mein Tochter, die da als Masse x bezeichnet wird. Mir ist klar, dass ein Kind was sichtbar ist, oder voraussichtlich sichtbar sein wird einfacher ist, eine Sternenmutter etwas unangenehmes ist für die Gesellschaft, weil dieses Thema nicht gedankenfreundlich ist. Aber dann kommt mir ein Gedanke, von dem ich gar nicht so richtig weiß ob ich ihn überhaupt so denken darf…

Regenbogenbabys, Folgeschwangerschaften, es gibt so viele Sternenmamas die sich unter der Vorfreude völlig euphorisch  in und auf das neue Leben stürzen. Ich sage nicht, dass das falsch ist, aber es gibt wenige Profile die ihr Sternenkind dann noch richtig einbeziehen und die, die es tun, sind nicht grade die Massenfollower-Anzieher. Sorgen wir damit nicht selber für ein Vergessen? Für ein „es ist okay, dass die Gesellschaft Sternenkinder nach einem Regenbogenbaby vergessen darf“?

Ich selber entfolge meist diesen lauten Profilen, sie gefallen mir nicht, zu  laut, zu weit entfernt von mir. Seltsame, herrische Aufforderungen wie man zu sein hat, wenn man diesem Profil folgen möchte und plötzlich wird da aus der ehemals Kiwu-Frau und Sternenmama eine Vollblut-Mum-to-be. Keine Rücksicht auf Verluste. Updates, Ultraschallbilder, Kinderzimmer und dies täglich. Was ist mit der Vergangenheit? Wo ist diese hin? Was ist mit den Frauen die früher wichtig waren. Die früher an der Seite waren, wenn es nicht gut ging, man traurig war?

Diese Frauen kann ich nicht vergessen, eine Folgeschwangerschaft ändert nichts daran, dass ich genau weiß wie hart es ist zu sehen müssen, dass eine Frau wieder schwanger ist, wie traurig es macht, nicht an ihrer Stelle zu sein. Das hat nichts mit Neid zu tun, sondern mit Sehnsucht und ich kenne das.

Freue ich mich deswegen nicht über die Schwangerschaft? Doch, aber sie ist nicht als Peitsche gedacht. Eine Schwangerschaft ist kein Sieg! Der Eintritt einer Schwangerschaft ist so willkürlich und man kann es nicht beeinflussen. Sonst gäbe es ein Mittel, das bei allen geich gut wirkt. Gibt es aber nicht. Die Frauen, die ihre Schwangerschaft mit Triumph verkünden, ich verstehe sie, kein Angriff, denn der Kiwu ist ein Kampf, auch das weiß ich. Es ist kompliziert, mache ich mir zu viel Gedanken um die Gefühle anderer? Nein, ich denke nicht. Ich finde, ich muss so leben, wie ich es mir von anderen wünsche. Und ich wünsche mir mehr Empathie, mehr Verständnis, mehr Tiefe. Mal laut, mal leise, aber nie verletztend, nie belehrend.

 

Ein Kommentar zu „Die Folgeschwangerschaft

  1. Aus meinen Gedanken geschrieben…. ich fühle genau so!! Ich habe meine Tochter im April still zur Welt gebracht und erwarte im nächsten Jahr tatsächlich gleich 2 Regenbogenkinder…. ich weiß,dass meine Kleine sie mir geschickt hat und deshalb spielt sie eine ganz besondere Rolle in dieser „Folgeschwangerschaft“ ( wie die meisten die so „schön“ nennen…).

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