Allgemein · Leben mit der Trauer · Trauerverarbeitung

Die kleinen Helfer außerhalb :-) Teil 1

Über Selbstachtung, Selbstheilung, Formation der eigenen Wahrnehmung, Heilung der Seele kann man natürlich unendlich viel schreiben. Viel kommt in der Trauer oder viel mehr in der Trauerbewältigung tatsächlich von Innen.  Aber eben nicht alles.

Es gibt sie, die kleinen Helfer, die Hoffnungsgeber, die Muntermacher.

Musik ist die wohl stärkste Kraft, zumindest ging und geht es mir so. Musik kann mich aufrichten, mich fröhlich stimmen, Hoffnung geben. An dieser Stelle sollte ich mich wohl bei all denjenigen entschuldigen die schon mal an der Ampel neben mit standen, denn beim richtigen Song werde ich zum Rockstar in meinem Auto. Vornehmlich bei Songs von den Backstreetsboys oder Britney Spears…. genauso kann ich aber ghetto-mäßig zu totalem Aso-Hip-Hop abrappen (also ich tue es, ob man da von „können“ reden kann….nuja*räusper* :D).

Ein Song den ich aber immer nur laut aufdrehe und der wirklich immer lief, wie ein Zeichen von meiner kleinen Tochter, wenn ich Hoffnung brauchte war „Something just like this“ von Coldplay feat. Chainsmokers. Dieser Takt, die Stimme, die Melodie, jedes Mal trifft sie mich bis zum Mark und gibt mir ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit. Ganz laut aufgedreht und der Takt fängt an den Rhythmus in mir zu bestimmen.

Direkt nach dem Tod meiner Kleinen gab es ebenso ein Lied. „Capsize“ von Frenship feat. Emily Warren. Dort haben mich bei Weitem nicht nur die Melodie und die Stimmen ins Herz getroffen sondern auch der Text. Ich habe es gehört und war gefangen. Wie kann man mit einem Lied alles einfangen was ich fühle? Schiffbruch… Diese Zeilen:

„I’m swimming up against the tide
Oh, my God
I’m swimming, but I’m getting tired
Oh, my God

I’m fine
Drop tears in the morning
Give in to the lonely
Here it comes with no warning
Capsize
I’m first in the water
Too close to the bottom
I’m right back where I started
Said, I’m fine“

Wer kennt  nicht genau dieses Gefühl?  Unterzugehen, sich wieder hoch zu kämpfen, an Land schwimmen wollen und doch so müde zu sein…? Plötzlich gekentert und man steht am Anfang ohne Vorwarnung? Ich könnte jeder dieser Zeilen aufschreiben und bin mir so sicher, dass sie von uns allen genau so gefühlt worden sind, mindestens einmal im Trauerprozess… Selbst das Video lößt in mir Gänsehaut aus… Denn dort ist das zu sehen, was nicht zu hören ist für mich.. höre ich es, geht es da nur um mein Sternenmädchen und meine Gefühle. Sehe ich das Video, sehe ich aber auch die Schmerzen und das plötzlich komplizierte in der Beziehung zwischen den verwaisten Eltern.

Und dann am Ende wenn eigentlich jeder schon weg hört, kommt ein undeutlich genuschelter Satz und dort habe ich als ich es zum ersten Mal gehört habe wirklich nur noch geheult, ich habe geschluchzt, alles an mir hat gebebt: „I think about you, love an I’am still filled with pride.“ Das ist es, genau das. Ich denke an dich, liebe dich und ja ich bin unglaublich stolz deine Mama sein zu dürfen. Du bist mein kleines Wundermädchen, meine kleine Zauberelfe. Dies steht am Ende, hinter allem, hinter der ganzen Trauer, einfach hinter allem, dass ich an dich denke, dass ich dich liebe und, dass ich stolz bin.

Ich bin mir sicher, dass es immer solche kleinen Melodien gibt, die wie ein kleines Pflaster sind. Man muss nur hinhören.

Es gibt noch andere Dinge, nicht Lieder oder Melodien, davon dann ein anderes Mal.  Fühlt euch gedrückt. :*

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